Regen ohne Ende!!!
Einen wunderschönen guten Morgen!
Schon Mitte vorletzter Woche warnten der deutsche Wetterdienst und alle einschlägigen Meteorologen vor heftigen Niederschlägen und unwetterartigen Dauer- und Starkregen. Und am frühen Samstagmorgen war wohl allen klar, welche Wassermassen auf uns zukommen.
Einige Pfingstrosen konnte ich vor dem grossen Regen noch retten!
Besonders in Süddeutschland wurde vielerorts mit Hochwasser gerechnet und in den ersten Landkreisen wurden Menschen aufgefordert, ihre Wertgegenstände aus dem Keller und dem Erdgeschoss zu holen und möglichst nicht ins Untergeschoss ihrer Häuser zu gehen. Die höchsten Warnstufen gab es für Bayern, im Umkreis von München, Allgäu, Schwaben, sowie Baden-Württemberg südlich von Stuttgart bis zur Schweizer Grenze und dem Bodensee. Hier fällt quasi eine Menge an Regen von einem Monat, innerhalb von zwei Tagen.
Am Samstagmittag beklagten sich viele Bürger aus dem Kreis Rosenheim, dass sie seit Stunden ohne Strom seien. Wasser sei in die Verteilerkästen eingedrungen und der Strom konnte nicht mehr fließen. Ursprünglich sollte der Schaden bis zum Nachmittag behoben sein, doch erst am späten Abend gab es flächendeckend wieder Strom. Der Stromausfall war bestimmt für viele ärgerlich, doch was man dann in den Nachrichten lesen und sehen konnte war fürchterlich, überschattete alles andere in den darauf folgenden Tagen. Schnell kamen die Bilder und Erinnerungen von 2013 zurück, als der Damm der Mangfall gebrochen ist und tausende ihre Wohnungen verlassen mussten. Das Jahrhunderthochwasser überschwemmte einige Ortsteile in Rosenheim und die Autobahn A8 stand komplett unter Wasser. Man konnte das eigentliche Ufer vom Chiemsee nicht mehr erkennen.
In den genannten Bezirken wurde es immer kritischer und die Nachrichtenlage wurde ernst. In Fischbach im schwäbischen Landkreis Augsburg mussten Menschen mit einem Hubschrauber aus ihren von den Fluten eingeschlossenen Häusern gerettet werden. Am Nachmittag verhängten einige Landkreise den Katastrophenfall, mehrere Flüsse und Bäche traten über die Ufer, die Rettungsdienste standen im Dauereinsatz. Ich hatte am Wochenende ständig ein ungutes und mulmiges Gefühl, habe jede Stunde die Kellerräume kontrolliert. Gabriel pumpte mindestens 5 Mal die Regentonnen in die Kanalisation ab. Hier fließt das Wasser vom Garagendach ab und die beiden Behälter fassen eine Menge von fast 500 Liter. Doch zum Glück sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Am Sonntag leichte Entspannung, am Abend kam kurze Zeit sogar die Sonne. Doch am Montag wieder Dauer- und Starkregen und man hatte das Gefühl, es würde nie wieder aufhören zu regnen.
Es war ein Katastrophen-Wochenende und tausende Helfer kämpften gegen das Hochwasser, bauten Dämme und retten Menschen aus den Fluten. Doch leider gab es auch sechs Todesopfer. Das ganze lässt sich nicht mit Worten beschreiben, Bilder und Videos zeigen das ganze schlimme Ausmaß. Immer häufiger sorgen sintflutartige Regenfälle für Überschwemmungen, mal im Norden – mal im Süden und die Schäden sind verheerend.

Ich dachte am Sonntagabend wir hätten das Schlimmste überstanden, doch was am Montag kam, war wirklich erschreckend. Ab Mittag öffnete der Himmel alle, wirklich alle Schleusen und am späten Nachmittag wurde auch im Landkreis Rosenheim der Katastrophen-Alarm ausgelöst. Diese extrem starken Regenfälle habe ich noch nie erlebt. Einige Gemeinden traf es besonders schlimm, es gab starke Überschwemmungen, Murenabgänge, Erdrutsche und in vielen Kellern hat sich das eindringende Wasser mit Öl gemischt, alleine in Raubling rechnen die Einsatzkräfte mit 400 betroffenen Häusern. Von geschädigten Freunden liegen mir einige Bilder vor, die ich jedoch nicht zeigen möchte. Ab Montagnacht legte sich der Regen, am Dienstag konnte Entwarnung gegeben werden und es wurde mit den Aufräumarbeiten begonnen. Zum Glück hatten wir Zuhause, bis auf Wasser in der Garage, keine Schäden. Dienstagmittag waren wir zum Essen in einem Restaurant am Chiemsee eingeladen. Bis auf große Pfützen, eine geflutete Brücke und Treibgut im See war alles wie immer und wir konnten auf der Terrasse die Sonne genießen. Zwei Stunden später konnte die Brücke auch wieder überquert werden.
Schon die Flutkatastrophe 2021 machte auf eine erschreckende Weise deutlich, wie real die Gefahr durch Überschwemmungen in Deutschland ist. Stürme, Unwetter und Starkregen werden Jahr für Jahr stärker und unberechenbarer. Leider werden viele nicht ausreichend durch eine Versicherung geschützt. Sowohl die Hausrat- als auch die Gebäudeversicherung zahlen bei Hochwasser nur dann, wenn ein separater Schutz gegen Elementarschäden abgeschlossen ist. Doch die Versicherungen können eine Elementarversicherung ablehnen, wenn ihnen das Risiko zu hoch erscheint. Etwa dann, wenn das Haus an einem Gewässer steht, was regelmäßig über die Ufer tritt. Hoffe, den Flutopfern wird schnell und unbürokratisch geholfen und es nicht nur leere Worte sind, die unser Bundeskanzler am Montag gesprochen hat.
Wünsche euch einen schönen und hoffentlich trockenen Sonntag!!